GPS-Tracker-App statt Gerät.
Eine GPS-Tracker-App macht das Smartphone zum Ortungsgerät: Alle in der Familie teilen ihren Standort freiwillig und sehen sich gegenseitig auf einer Karte. Hat dein Kind schon ein eigenes Handy, brauchst du dafür kein zusätzliches Gerät. Wir vergleichen sechs Ortungs-Apps anhand von Store-Angaben und Hilfeseiten der Anbieter, ohne eigene Messungen.

Die Ortungs-Apps im Ranking.
- 01Nur AppleNur Apple-Geräte (iPhone, iPad, Mac, Apple Watch)Apple „Wo ist?“ mit FamilienfreigabePlatz 1: kostenlos und ohne Zusatz-App, wenn alle ein iPhone haben8.8/10
- 02iOS + AndroidiPhone (ab iOS 18) und AndroidLife360Platz 2: größter Funktionsumfang für gemischte iPhone-/Android-Familien8.4/10
- 03iOS + AndroidiPhone (ab iOS 15.1) und AndroidPAJ KidsPlatz 3: SOS und Zonen schon gratis, Anbieter in Deutschland, Server in Europa8.2/10
- 04Kind: AndroidEltern: iPhone oder Android. Kind: Android-Gerät mit beaufsichtigtem Google-KontoGoogle Family LinkPlatz 4: Ortung plus Jugendschutz, wenn das Kind ein Android-Handy hat8.0/10
- 05iOS + AndroidiPhone und Android (Google Maps), Ansicht auch im BrowserGoogle Maps StandortfreigabePlatz 5: kostenlos und plattformübergreifend, ohne Kinder-Extras7.7/10
- 06iOS + AndroidiPhone, iPad und Android; Empfänger im BrowserGlympsePlatz 6: Standort kurz teilen, Empfänger brauchen keine App7.0/10
Funktionen, Kosten und Datenschutz.
| Eigenschaft | ★ Höchste Bewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtnote | 8.8/10 | 8.4/10 | 8.2/10 | 8.0/10 | 7.7/10 | 7.0/10 |
| Plattformen | Nur Apple-Geräte (iPhone, iPad, Mac, Apple Watch) | iPhone (ab iOS 18) und Android | iPhone (ab iOS 15.1) und Android | Eltern: iPhone oder Android. Kind: Android-Gerät mit beaufsichtigtem Google-Konto | iPhone und Android (Google Maps), Ansicht auch im Browser | iPhone, iPad und Android; Empfänger im Browser |
| Kosten | Kostenlos, im Betriebssystem enthalten | Basisversion kostenlos mit Werbung. Abos Silber und Gold per In-App-Kauf; der App Store listet Käufe zwischen 7,99 € und 43,99 €, ohne Laufzeit eindeutig zuzuordnen (Stand: 16.10.2026, Preis kann abweichen). | Basisversion kostenlos. Premium 3,99 € im Monat oder 34,99 € im Jahr per In-App-Kauf (Stand: 16.10.2026, Preis kann abweichen). | Kostenlos | Kostenlos | Kostenlos mit Werbung. Premium-Funktionen vor allem für Firmen und Events; der App Store listet z. B. 9,99 € im Monat oder 99,99 € im Jahr (Stand: 16.10.2026). |
| Einwilligung | Jedes Familienmitglied entscheidet in den Einstellungen, ob es seinen Standort teilt. Bei Kinderaccounts können Eltern das Teilen beim Einrichten einschalten. | Jede Person installiert die App selbst und tritt einem „Kreis“ bei. Mitglieder sehen, wer im Kreis ist. | Das Kind installiert die App und tritt mit einem Einladungscode der Familiengruppe bei. Laut Anbieter sieht jedes Mitglied, was geteilt wird; eine Ortung ohne App auf dem Gerät gibt es nicht. | Läuft über ein von den Eltern beaufsichtigtes Google-Konto. Bei einem bestehenden Konto muss das Kind der Aufsicht zustimmen. | Du teilst deinen Standort aktiv mit ausgewählten Personen, zeitlich begrenzt oder bis zur Deaktivierung. Beenden geht jederzeit. | Du schickst einen Link. Die Freigabe läuft laut Anbieter automatisch ab. |
| Zonen | Ja: Mitteilung, wenn jemand an einem Ort ankommt oder ihn verlässt | Ja: Ortswarnungen bei Ankunft und Verlassen; Silber bis 5 Orte, Gold unbegrenzt | Ja: „Sichere Orte“, gratis bis 3, mit Premium unbegrenzt | Ja: Benachrichtigung, wenn das Kind einen „Familienort“ erreicht oder verlässt | Ja: bis zu 5 Ankunfts-/Abfahrts-Benachrichtigungen pro Person | Nicht vorgesehen |
| SOS | Über „Notruf SOS“ des iPhone: Notfallkontakte erhalten den Standort | Ja: SOS-Notruf mit Standort an Kreis und Notfallkontakte; Unfallerkennung ab Silber | Ja: SOS-Knopf alarmiert die ganze Familie mit Standort, auch in der Basisversion | Kein eigener SOS-Knopf in Family Link | Kein SOS-Knopf | Kein SOS-Knopf |
| Verlauf | Kein Standortverlauf für Familienmitglieder | Standortverlauf; laut App Store 7 Tage (Silber) bzw. 30 Tage (Gold) | 3 Tage gratis, 90 Tage mit Premium | Kein Standortverlauf in Family Link; Anzeige nur, wenn das Gerät an und online ist | Kein geteilter Verlauf für andere | Kein Verlauf, nur zeitlich begrenzte Live-Freigabe |
| Alter / Konto | Für Kinder unter 13 legen Eltern einen Kinderaccount an (Altersgrenze laut Apple je nach Land unterschiedlich). Familienfreigabe: bis zu sechs Personen. | App-Store-Altersfreigabe 4+ | Altersfreigabe 4+ (App Store) bzw. USK ab 0 (Google Play); Premium ergänzt Bildschirmzeit-Limits | In Deutschland dürfen Kinder ihr Google-Konto ab 16 selbst verwalten; davor ist die Elternaufsicht vorgesehen. | Google-Konto nötig; in Deutschland ab 16 selbst verwaltet | App-Store-Altersfreigabe 4+ |
| Anbieter | Apple, USA (in Europa: Apple Distribution International, Irland) | Life360, San Mateo, Kalifornien (USA) | PAJ UG (haftungsbeschränkt), Windeck (Deutschland) | Google, USA (in Europa: Google Ireland Limited) | Google, USA (in Europa: Google Ireland Limited) | Glympse Inc., Bothell, Washington (USA) |
| Daten | Kein zusätzlicher Anbieter nötig. Verarbeitung laut Apple nur, wenn die Standortfreigabe aktiv ist. | Anbieter mit Sitz in den USA. Laut App-Store-Datenschutzangaben werden Kennungen zum Tracking über Apps anderer Firmen und Daten für Drittanbieter-Werbung genutzt. | Laut Anbieter Server in Europa und kein Verkauf von Daten. Google Play: keine Weitergabe an Dritte. Die App-Store-Angaben listen Standort und Kennungen dagegen unter „Daten, die zum Tracking verwendet werden“. | Google-Konto nötig. Family Link ist vor allem ein Jugendschutz-Werkzeug (Bildschirmzeit, App-Freigaben). | Läuft über das Google-Konto. Per Link geteilte Standorte sind laut Google höchstens 24 Stunden sichtbar. | Anbieter mit Sitz in den USA. Laut Anbieter werden Daten nie verkauft; der App Store listet Nutzungsdaten für Drittanbieter-Werbung. |
Worauf wir bei Ortungs-Apps achten.
Unser Ranking: die besten Ortungs-Apps 2026
Wir gewichten fünf Punkte: Wie offen und freiwillig die Ortung läuft, welche Familienfunktionen (Zonen, SOS, Verlauf) es gibt, auf welchen Handys die App läuft, was sie kostet und wie der Anbieter mit den Daten umgeht. Die Note ist eine redaktionelle Einschätzung auf Basis der Store-Einträge und Hilfeseiten, Stand 16.10.2026.
Eine echte Sieger-App für alle gibt es nicht. Die Plattform entscheidet oft mehr als jede Funktion: In einer reinen iPhone-Familie ist „Wo ist?“ schwer zu schlagen, in gemischten Familien kommen nur plattformübergreifende Apps infrage.
- 01PlatzPlatz 1 — kostenlos, eingebaut, ohne zusätzlichen Anbieter
Apple „Wo ist?“ mit Familienfreigabe 8.8/10
„Wo ist?“ liegt vorn, weil es auf jedem iPhone schon drin ist, nichts kostet und keinen weiteren Anbieter braucht, der Standortdaten deines Kindes speichert. Über die Familienfreigabe teilen bis zu sechs Personen ihren Standort, jedes Mitglied kann das Teilen in den Einstellungen selbst ein- und ausschalten.
Laut Apple bekommst du eine Mitteilung, wenn jemand an einem bestimmten Ort ankommt oder ihn verlässt. Für den Notfall gibt es „Notruf SOS“ im iPhone: Nach einem Notruf erhalten die hinterlegten Notfallkontakte eine Nachricht mit dem Standort. Kinder unter 13 bekommen einen Kinderaccount, den die Eltern anlegen.
Warum nicht höher? „Wo ist?“ funktioniert nur zwischen Apple-Geräten. Ein Android-Handy in der Familie bleibt außen vor. Einen Standortverlauf für Familienmitglieder gibt es nicht, und der SOS-Weg führt über den echten Notruf, nicht über einen Familien-Alarm.
Kosten: Kostenlos, im Betriebssystem enthalten
- 02PlatzPlatz 2 — die meisten Familienfunktionen, aber mit Werbung
Life360 8.4/10
Life360 läuft auf iPhone und Android und bietet laut App Store alles, was Familien typischerweise suchen: Live-Karte, Ortswarnungen bei Ankunft und Verlassen, Standortverlauf, SOS-Notruf mit Standort, Akku-Warnung und Fahrberichte.
Viele Funktionen hängen am Abo. Laut App Store bringt Silber 7 Tage Verlauf, bis zu 5 Orte und die Unfallerkennung, Gold 30 Tage Verlauf, unbegrenzte Orte und keine Werbung. Die Store-Preise lagen am 16.10.2026 zwischen 7,99 € und 43,99 €, die Zuordnung zu Laufzeiten ist im Store-Eintrag nicht eindeutig. Prüf den Preis im Kaufbildschirm der App.
Warum nicht Platz 1? Life360 sitzt in den USA, und die Datenschutzangaben im App Store nennen Tracking über Apps anderer Firmen sowie Daten für Drittanbieter-Werbung. Für Standortdaten von Kindern ist das ein klarer Minuspunkt.
Kosten: Basisversion kostenlos mit Werbung. Abos Silber und Gold per In-App-Kauf; der App Store listet Käufe zwischen 7,99 € und 43,99 €, ohne Laufzeit eindeutig zuzuordnen (Stand: 16.10.2026, Preis kann abweichen).
- 03PlatzPlatz 3 — viel gratis, Anbieter in Deutschland, aber noch sehr neu
PAJ Kids 8.2/10
PAJ Kids stammt vom deutschen GPS-Tracker-Hersteller PAJ und läuft auf iPhone und Android. In der Basisversion sind laut Anbieter SOS-Alarm an die ganze Familie, Live-Karte, Akkustatus, drei „Sichere Orte“ mit Ankunfts-Benachrichtigung und drei Tage Verlauf enthalten. Bei vielen Konkurrenten kosten SOS und Zonen extra.
Premium kostet 3,99 € im Monat oder 34,99 € im Jahr (Stand: 16.10.2026) und ergänzt 90 Tage Verlauf, unbegrenzt viele Orte, Fahrterkennung und Bildschirmzeit-Limits. PAJ nennt Server in Europa, keinen Verkauf von Daten und Ende-zu-Ende-verschlüsselte Sprachnachrichten. Das Kind tritt per Einladungscode bei, heimliche Ortung ist laut Anbieter nicht vorgesehen.
Warum nicht höher? Die App ist jung: Version 1.0 erschien laut App Store im Mai 2026, Erfahrungswerte über längere Zeit fehlen. Dazu passt die App-Store-Datenschutzangabe nicht ganz zum Versprechen, denn dort stehen Standort und Kennungen unter „Daten, die zum Tracking verwendet werden“. Frag im Zweifel beim Anbieter nach (info@paj-kids.app).
Kosten: Basisversion kostenlos. Premium 3,99 € im Monat oder 34,99 € im Jahr per In-App-Kauf (Stand: 16.10.2026, Preis kann abweichen).
- 04PlatzPlatz 4 — Ortung als Teil der Kindersicherung
Google Family Link 8.0/10
Family Link ist kostenlos und vor allem ein Jugendschutz-Werkzeug: Bildschirmzeit, App-Freigaben, Inhaltsfilter. Dazu zeigt es den Standort des Android-Geräts deines Kindes und meldet, wenn es einen festgelegten „Familienort“ erreicht oder verlässt.
Eltern können Family Link auf iPhone oder Android nutzen, das Kind braucht ein Android-Gerät mit beaufsichtigtem Google-Konto. In Deutschland verwalten Kinder ihr Google-Konto laut Google ab 16 selbst. Bei einem bestehenden Konto muss das Kind der Aufsicht zustimmen.
Warum nur Platz 4? Kein SOS-Knopf, kein Verlauf, und der Standort erscheint nur, wenn das Gerät an, online und kürzlich genutzt ist. Wer nur Ortung will, bekommt mit Family Link deutlich mehr Kontrolle als nötig.
Kosten: Kostenlos
- 05PlatzPlatz 5 — der einfache Weg für Jugendliche und Erwachsene
Google Maps Standortfreigabe 7.7/10
Die Standortfreigabe in Google Maps kostet nichts und funktioniert auf iPhone und Android. Du teilst deinen Standort mit bestimmten Personen, zeitlich begrenzt oder bis du es beendest. Laut Google kannst du pro Person bis zu fünf Benachrichtigungen für Ankunft und Abfahrt anlegen.
Für ältere Kinder und Jugendliche ist das oft die passende Lösung, weil sie die Freigabe selbst steuern. Auch unter Erwachsenen, etwa für den Heimweg oder eine Reise, ist sie praktisch.
Warum nicht höher? Es gibt keinen SOS-Knopf, keinen Verlauf für die Familie und keine Familiengruppe mit Rollen. Für Grundschulkinder fehlt damit das, was eine Familien-App ausmacht.
Kosten: Kostenlos
- 06PlatzPlatz 6 — Standort für eine Weile teilen
Glympse 7.0/10
Glympse ist für kurze Freigaben gedacht: Du schickst einen Link, die Empfänger sehen deinen Standort im Browser, ohne App und ohne Konto. Die Freigabe läuft laut Anbieter automatisch ab.
Das passt für Ausflüge, Abholungen oder den Heimweg nach dem Training. Laut Store-Eintrag sind Gruppen nur auf Einladung möglich. Premium richtet sich vor allem an Firmen und Veranstaltungen.
Warum Platz 6? Keine Zonen, kein SOS, kein Verlauf. Als dauerhafte Familien-Ortung ist Glympse nicht gebaut, und die kostenlose Version zeigt Werbung.
Kosten: Kostenlos mit Werbung. Premium-Funktionen vor allem für Firmen und Events; der App Store listet z. B. 9,99 € im Monat oder 99,99 € im Jahr (Stand: 16.10.2026).
Alle in der Familie haben ein iPhone? Dann nimm „Wo ist?“. Gemischte Familie und du willst SOS und Zonen ohne Abo? Dann schau dir PAJ Kids an, und wenn dir Funktionsumfang und Reife wichtiger sind als Werbefreiheit, Life360. Soll zusätzlich die Bildschirmzeit eines Android-Kinderhandys geregelt werden, passt Family Link.
Stell dir zwei Fragen: Welche Handys nutzt deine Familie? Und soll dein Kind selbst Alarm auslösen können? Wenn die zweite Antwort Ja ist, fallen Google Maps und Glympse raus.
Was wir nicht vergleichen.
App statt Tracker?
Wann eine App reicht
Hat dein Kind ein eigenes Smartphone und trägt es zuverlässig bei sich, reicht eine Ortungs-App meist aus. Du sparst Gerät und Tarif, und dein Kind hat nichts Zusätzliches zu laden. Für Jugendliche und Erwachsene ist die App fast immer die bessere Wahl, weil sie die Freigabe selbst steuern.
Wann ein GPS-Tracker sinnvoller ist
Für Grundschulkinder ohne Handy ist ein eigenes Gerät die einzige Möglichkeit. Eine Kinder-Smartwatch mit SOS-Taste und Anruffunktion oder ein Mini-Tracker für den Ranzen vergleichen wir unter GPS-Tracker für Kinder. Ein Tracker hält oft länger durch als ein Smartphone im Dauereinsatz und funktioniert, auch wenn das Handy leer, vergessen oder ausgeschaltet ist.
Für Hund, Katze, Auto oder Fahrrad hilft eine Handy-App ohnehin nicht, denn dort fehlt das Smartphone. Dafür brauchst du ein eigenes Gerät, etwa einen GPS-Tracker für den Hund oder einen GPS-Tracker fürs Auto.
Grenzen jeder Handy-Ortung
Eine App ortet das Handy, nicht die Person. Ist der Akku leer, das Gerät aus, die Ortung abgeschaltet oder kein Netz da, siehst du nur die letzte bekannte Position. Family Link weist selbst darauf hin, dass der Standort nur erscheint, wenn das Gerät eingeschaltet und online ist. Probier Zonen und SOS nach der Einrichtung gemeinsam mit deinem Kind aus, am besten auf dem echten Schulweg.
Orten nur mit Einwilligung.
Erwachsene: nur mit Einwilligung
Erwachsene orten darfst du nur, wenn sie zustimmen und die Freigabe jederzeit selbst beenden können. Das ist bei allen Apps in diesem Vergleich so angelegt. Heimliches Orten verletzt das allgemeine Persönlichkeitsrecht. Wer eine andere Person wiederholt und unbefugt so verfolgt, dass ihre Lebensgestaltung beeinträchtigt wird, kann sich wegen Nachstellung strafbar machen (§ 238 StGB). Wer dafür ein fremdes, gesichertes Handy knackt, riskiert zusätzlich eine Strafbarkeit wegen Ausspähens von Daten (§ 202a StGB).
Der Bundesgerichtshof hat 2013 entschieden, dass die heimliche GPS-Überwachung einer Person durch Detektive grundsätzlich strafbar ist, wenn kein starkes berechtigtes Interesse besteht (BGH, Urteil vom 4.6.2013, 1 StR 32/13). Mehr dazu im Ratgeber GPS-Tracking: Was ist in Deutschland legal?.
Kinder: Elternrecht und wachsende Selbstbestimmung
Eltern haben das Recht und die Pflicht, für ihr minderjähriges Kind zu sorgen (§ 1626 Abs. 1 BGB). Dazu kann auch die Ortung gehören. Das Gesetz verlangt aber, die wachsende Fähigkeit des Kindes zu selbstständigem Handeln zu berücksichtigen und Fragen der Sorge mit ihm zu besprechen (§ 1626 Abs. 2 BGB). Auch die UN-Kinderrechtskonvention schützt die Privatsphäre von Kindern (Art. 16).
Für die Praxis heißt das: Erklär deinem Kind, was die App kann. Je älter es wird, desto mehr sollte es mitentscheiden. Bei Jugendlichen ist eine Freigabe, die sie selbst steuern, meist der fairere Weg als eine Ortung, die nur die Eltern kontrollieren.
Datenschutz: Darauf achtest du
Standortdaten sind personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO. Bei Online-Diensten, die sich an Kinder unter 16 richten und auf eine Einwilligung stützen, ist die Zustimmung der Eltern nötig (Art. 8 DSGVO). Anbieter dürfen nur so viele Daten verarbeiten, wie für den Zweck nötig sind (Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO).
Prüf vor der Installation: Wo sitzt der Anbieter, und wo stehen die Server? Was steht in den Datenschutzangaben im App Store oder bei Google Play, vor allem zu Werbung und Tracking? Wie lange wird der Verlauf gespeichert, und kannst du dein Konto vollständig löschen? Mehr dazu im Ratgeber GPS-Tracker für Kinder: Sicherheit und Datenschutz.
Hinweis: Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.
Wissen, bevor du installierst.
01Welche GPS-Tracker-App ist kostenlos?
Apple „Wo ist?“, Google Family Link und die Standortfreigabe in Google Maps sind komplett kostenlos. Life360, PAJ Kids und Glympse haben eine kostenlose Basisversion und optionale Abos. Bei PAJ Kids sind SOS und drei Zonen laut Anbieter schon gratis, bei Life360 gibt es Unfallerkennung und mehr Orte erst ab dem Silber-Abo (Stand: 16.10.2026).
02Wie genau ist die Ortung per Handy-App?
Die Apps nutzen die Ortungsdienste des Smartphones, also GPS, WLAN und Mobilfunk. Im Freien ist das meist genauer als in Gebäuden. Eigene Messungen haben wir nicht. Entscheidend ist im Alltag eher, ob das Handy an, geladen und online ist, denn sonst zeigt jede App nur die letzte bekannte Position.
03Brauche ich eine App oder einen GPS-Tracker für mein Kind?
Hat dein Kind ein eigenes Smartphone und trägt es zuverlässig, reicht meist eine App. Für jüngere Kinder ohne Handy brauchst du ein eigenes Gerät, etwa eine Kinder-Smartwatch mit SOS-Taste oder einen Mini-Tracker für den Ranzen. Beides vergleichen wir auf der Seite GPS-Tracker für Kinder.
04Darf ich das Handy meines Partners oder eines anderen Erwachsenen orten?
Nur mit dessen Einwilligung. Alle Apps in diesem Vergleich setzen voraus, dass die geortete Person selbst zustimmt und die Freigabe jederzeit beenden kann. Heimliches Orten verletzt das Persönlichkeitsrecht und kann je nach Fall als Nachstellung (§ 238 StGB) strafbar sein.
05Was sagt die DSGVO zu Ortungs-Apps für Kinder?
Standortdaten sind personenbezogene Daten. Bei Online-Diensten für Kinder unter 16, die sich auf eine Einwilligung stützen, müssen die Eltern zustimmen (Art. 8 DSGVO). Prüf Anbieter-Sitz, Serverstandort, die Datenschutzangaben im Store und ob du Verlauf und Konto löschen kannst.
06Funktioniert „Wo ist?“ auch mit Android-Handys?
Nein. „Wo ist?“ und die Familienfreigabe funktionieren nur zwischen Apple-Geräten. Für Familien mit iPhone und Android brauchst du eine plattformübergreifende App wie Life360, PAJ Kids, Google Maps oder Glympse.
07Life360 oder PAJ Kids: Was soll ich nehmen?
Beide laufen auf iPhone und Android. Life360 ist länger am Markt und bietet mehr Funktionen wie Fahrberichte und Unfallerkennung, viele davon im Abo, und die Gratisversion zeigt Werbung. PAJ Kids bietet SOS und drei Zonen schon kostenlos und nennt Server in Europa, ist aber erst seit Mai 2026 im App Store. Wer Wert auf einen Anbieter in Deutschland legt, schaut sich PAJ Kids an. Wer den größten Funktionsumfang will, Life360.
08Ab welchem Alter kann mein Kind seine Standortfreigabe selbst verwalten?
Das hängt vom Konto ab. Bei Google verwalten Kinder in Deutschland ihr Konto laut Google ab 16 selbst. Apple verlangt für Kinder unter 13 einen von den Eltern angelegten Kinderaccount, die genaue Grenze variiert laut Apple je nach Land. Unabhängig davon sollte dein Kind mit zunehmendem Alter mitentscheiden, ob und mit wem es seinen Standort teilt.
09Warum ist Findmykids nicht im Ranking?
Findmykids bietet gegen Aufpreis die Funktion „Umgebungsgeräusche“, mit der Eltern laut Anbieter die Umgebung des Kinderhandys live mithören können. Laut Anbieter wird das Kind dabei benachrichtigt. Apps mit Mithörfunktion nehmen wir grundsätzlich nicht ins Ranking auf, weil sie über die offene Ortung hinausgehen.
- Apple Support: „Wo ist?“ (Freunde und Familie, Mitteilungen bei Ankunft/Verlassen)
- Apple Support: Familienfreigabe einrichten
- Apple Support: Einen Apple Account für dein Kind erstellen
- Apple: Familienfreigabe & Datenschutz
- Apple Support: Notruf SOS und Notfallkontakte (Persönliche Sicherheit)
- App Store (DE): Life360, Store-Eintrag und In-App-Käufe, abgerufen 16.10.2026
- App Store (DE): PAJ Kids, Store-Eintrag, In-App-Käufe und Datenschutzangaben, abgerufen 16.10.2026
- Google Play: PAJ Kids: Familien-App & GPS, Beschreibung und Datensicherheit, abgerufen 16.10.2026
- PAJ Kids: Website mit Tarifen und FAQ
- PAJ Kids: Impressum (PAJ UG (haftungsbeschränkt), Windeck)
- App Store (DE): Google Family Link, abgerufen 16.10.2026
- Google für Familien-Hilfe: Standort des Geräts Ihres Kindes anzeigen lassen und verwalten
- Google-Konto-Hilfe: Mindestalter für Google-Konten
- Google Maps-Hilfe: Echtzeitstandort in Google Maps teilen
- Google Maps-Hilfe: Standortfreigabe-Benachrichtigungen erhalten
- App Store (DE): Glympse, Store-Eintrag und In-App-Käufe, abgerufen 16.10.2026
- App Store (DE): Findmykids, In-App-Käufe, abgerufen 16.10.2026
- Findmykids: Funktion „Sound around“ (Anbieterseite)
- Strafgesetzbuch, § 238 (Nachstellung)
- Strafgesetzbuch, § 202a (Ausspähen von Daten)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 1626 (Elterliche Sorge)
- BGH, Urteil vom 4.6.2013, 1 StR 32/13 (heimliche GPS-Überwachung), Bericht LTO
- Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Art. 5 und Art. 8
- UN-Kinderrechtskonvention, Art. 16 (Schutz der Privatsphäre)