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2G-Abschaltung 2028: Funktioniert dein GPS-Tracker danach noch?

Viele günstige GPS-Tracker übertragen ihre Position über das alte 2G-Netz. Alle drei großen Netzbetreiber in Deutschland haben angekündigt, 2G im Jahr 2028 abzuschalten. Hier erfährst du, welche Geräte betroffen sind, wie du deinen Tracker in wenigen Minuten prüfst und worauf du beim Neukauf achten solltest.

Aktuelle Gerätepreise und Tarife findest du in der datierten Preisübersicht.

Älterer und neuerer GPS-Tracker auf einer Fensterbank, im Hintergrund ein Mobilfunkmast
Symbolbild (KI-generiert)
Kurz-Antwort

Die Telekom will ihr 2G-Netz voraussichtlich zum 30. Juni 2028 abschalten, Vodafone bis Ende September 2028, O2 (Telefónica) im zweiten Halbjahr 2028. 1&1-Kunden folgen laut Bundesnetzagentur dem Vodafone-Termin. GPS-Tracker, die nur über 2G (GSM) funken, können danach keine Positionen mehr senden. Geräte mit LTE-M, NB-IoT oder LTE Cat 1 sind nicht betroffen. Ein Blick ins Datenblatt zeigt dir, welche Technik dein Tracker nutzt.

Kurzantwort: Was die 2G-Abschaltung für deinen Tracker bedeutet

Ein GPS-Tracker erledigt zwei Aufgaben. Er bestimmt seine Position über Satelliten und schickt diese Position dann über das Mobilfunknetz an einen Server, von dem deine App sie abruft. Die 2G-Abschaltung betrifft nur den zweiten Teil. Der Satellitenempfang funktioniert weiter, aber ein Tracker ohne passendes Mobilfunknetz kann seine Position niemandem mehr mitteilen. Für dich sieht das in der App so aus, als wäre das Gerät dauerhaft offline.

Betroffen sind vor allem ältere und sehr günstige Geräte, die ausschließlich ein 2G-Modul (GSM/GPRS) eingebaut haben. Solche Module waren lange Standard, weil sie billig, stromsparend und praktisch überall in Deutschland verfügbar waren. Tracker mit LTE-M oder NB-IoT, zwei speziell für vernetzte Geräte entwickelten Varianten des 4G-Netzes, sind nicht betroffen. Das gilt auch für Geräte mit klassischem LTE (Cat 1 oder höher).

Wenn du einen Tracker heute kaufst und mehrere Jahre nutzen willst, ist die Netztechnik deshalb eines der wichtigsten Kaufkriterien. Wie die Übertragung technisch funktioniert, erklärt unser Ratgeber „Wie funktioniert GPS-Tracking?“ ausführlicher.

Zeitplan der Netzbetreiber

Die drei Netzbetreiber haben ihre Pläne zu unterschiedlichen Zeitpunkten bekannt gegeben. Der Stand im Überblick:

Telekom: Abschaltung des 2G-Netzes voraussichtlich zum 30. Juni 2028 (Medieninformation der Deutschen Telekom vom 22.10.2024).

Vodafone: Abschaltung bis Ende September 2028. In Ausnahmefällen kritischer IoT-Anwendungen wird das Netz laut Bundesnetzagentur bis Ende 2030 weiter betrieben.

Telefónica/O2: Abschaltung im zweiten Halbjahr 2028, so die eigene Mitteilung von Telefónica Deutschland vom 1. Juni 2026. Die Bundesnetzagentur fasst das als „bis Ende 2028“ zusammen.

1&1: betreibt kein eigenes 2G-Netz. Kunden nutzen per National Roaming das 2G-Netz von Vodafone, deshalb gilt laut Bundesnetzagentur zunächst auch für sie der Vodafone-Termin.

Rechne nicht fest damit, dass alles an einem einzigen Stichtag passiert. Möglich ist, dass Netze regional und schrittweise abgeschaltet werden, und die Termine können sich noch verschieben. Verlass dich deshalb nicht darauf, dass dein 2G-Tracker bis zum letzten angekündigten Datum durchhält.

Zum Vodafone-Restnetz: Wer genau als „kritische IoT-Anwendung“ gilt, ist für Privatkunden nicht ohne Weiteres erkennbar. Ein handelsüblicher Tracker für Hund, Fahrrad oder Auto dürfte darauf nicht zählen können. Frag im Zweifel bei deinem Tracker-Anbieter nach, über welches Netz seine SIM-Karten laufen.

Welche Tracker betroffen sind

Für die Einordnung hilft eine einfache Einteilung in drei Gruppen:

Nur 2G: Das Gerät hat ausschließlich ein GSM/GPRS-Modul. Nach der Abschaltung kann es keine Daten mehr übertragen. Diese Geräte musst du mittelfristig ersetzen.

LTE-M oder NB-IoT mit 2G-Fallback: Das Gerät nutzt im Normalfall das moderne Netz und weicht nur bei schlechtem Empfang auf 2G aus. Nach der Abschaltung fällt diese Reserve weg. In Gegenden, in denen LTE-M oder NB-IoT schwach ist, kann der Empfang dann etwas schlechter werden. Das Gerät funktioniert aber weiter.

LTE-M, NB-IoT oder LTE ohne 2G: Diese Geräte sind von der Abschaltung nicht betroffen.

Eine Sonderrolle spielen Tracker mit Roaming-SIM. Viele Anbieter nutzen SIM-Karten, die sich in mehrere Netze einbuchen können. Das hilft bei der Abdeckung, ändert aber nichts an der Technik: Wenn alle deutschen Netze 2G abgeschaltet haben, findet auch eine Roaming-SIM in einem 2G-Gerät kein Netz mehr. Wie SIM-Karten in Trackern funktionieren, liest du in unserem Ratgeber zur GPS-Tracker-SIM-Karte.

Nicht betroffen sind reine Bluetooth-Tracker wie AirTags. Sie nutzen kein Mobilfunknetz, sondern Smartphones in der Nähe.

So prüfst du dein Gerät

Du brauchst dafür kein technisches Wissen, nur die richtige Modellbezeichnung und das Datenblatt. Die einzelnen Schritte findest du oben in der Anleitung. Ein paar Hinweise zur Auswertung:

Begriffe, die auf 2G hindeuten: GSM, GPRS, EDGE, 2G, „Quad-Band 850/900/1800/1900 MHz“. Steht keiner der moderneren Begriffe daneben, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein reines 2G-Gerät.

Begriffe, die auf ein zukunftssicheres Gerät hindeuten: LTE-M, Cat-M1, eMTC, NB-IoT, Cat-NB1/NB2, LTE Cat 1, 4G. Ein „4G“ in der Produktbezeichnung ist ein guter Hinweis, ersetzt aber nicht den Blick ins Datenblatt.

Vorsicht bei unklaren Angaben: Manche Produktseiten werben mit „Mobilfunk“ oder „weltweite Ortung“, ohne die Technik zu nennen. Hier hilft nur die Nachfrage beim Hersteller. Bitte um eine schriftliche Antwort, damit du später etwas in der Hand hast.

Wenn dein Tracker betroffen ist, musst du nicht sofort handeln. Bis zu den angekündigten Terminen bleiben dir noch gut anderthalb Jahre. Plane den Austausch aber rechtzeitig ein, vor allem wenn du einen Laufzeitvertrag hast, der über das Jahr 2028 hinausgeht. Prüf, ob du den Vertrag bei Netzwegfall kündigen kannst, und frag nach Austauschprogrammen.

Was mit Vertrag, Abo und fest verbauten Geräten passiert

Wenn dein Tracker betroffen ist, stellt sich neben der Technik eine praktische Frage: Was passiert mit deinem Abo? Viele Tracker laufen mit einem Tarif des Herstellers, monatlich, jährlich oder für mehrere Jahre im Voraus bezahlt. Kann das Gerät nach der Abschaltung keine Daten mehr senden, zahlst du im ungünstigsten Fall für einen Dienst, den du nicht mehr nutzen kannst.

Prüf deshalb jetzt, wie lange dein Vertrag läuft und wie du kündigen kannst. Schließ für ein reines 2G-Gerät keine lange Laufzeit mehr ab, die über das Jahr 2028 hinausreicht. Ob du bei Netzwegfall vorzeitig aus dem Vertrag kommst, hängt von den Bedingungen deines Anbieters ab. Frag schriftlich nach und heb die Antwort auf.

Manche Hersteller bieten bei solchen Technikwechseln Austauschprogramme oder Rabatte für ein Nachfolgemodell an. Einen Anspruch darauf hast du in der Regel nicht, nachfragen kostet aber nichts.

Bei fest verbauten Trackern im Auto, Wohnmobil oder Motorrad kommt der Aufwand für den Ausbau hinzu. Wenn du ohnehin in die Werkstatt musst, etwa für den Reifenwechsel oder eine Inspektion, kannst du den Austausch dort gleich mit erledigen lassen. Plane ein, dass ein neues Gerät eventuell eine andere Stromversorgung oder Halterung braucht.

Nutzt dein Tracker eine SIM-Karte, die du selbst bei einem Mobilfunkanbieter gekauft hast, funktioniert diese Karte in einem 4G-Gerät weiter. Prüf nur, ob dein Tarif LTE-M oder NB-IoT unterstützt, falls dein neues Gerät diese Techniken nutzt. Nicht jeder Smartphone-Tarif schließt sie ein.

Was die 3G-Abschaltung 2021 gezeigt hat

Ganz neu ist das Thema nicht. Telekom und Vodafone haben ihre 3G-Netze ab dem 30. Juni 2021 abgeschaltet, O2 folgte bis Ende Dezember 2021. Damals betraf das vor allem ältere Smartphones und einige vernetzte Geräte, die ausschließlich 3G nutzten.

Für Tracker-Besitzer lassen sich daraus zwei Lehren ziehen. Erstens: Netzabschaltungen werden lange vorher angekündigt, kommen dann aber verlässlich. Zweitens: Viele Nutzer merken erst, dass ihr Gerät betroffen ist, wenn es keine Daten mehr liefert. Bei einem Tracker ist das besonders ungünstig, weil du ihn ja gerade dann brauchst, wenn etwas passiert ist.

Dass 2G die 3G-Abschaltung überlebt hat, lag an seiner Rolle als Rückfallnetz für Telefonie und für einfache vernetzte Geräte. Mit dem Ausbau von LTE und Voice over LTE fällt dieser Grund weg. Die Betreiber nutzen die frei werdenden Frequenzen für modernere Netze.

Worauf du beim Neukauf achtest

Wenn du jetzt einen GPS-Tracker kaufst, achte auf diese Punkte:

Netztechnik: LTE-M oder NB-IoT sind für Tracker ideal, weil sie wenig Strom brauchen und Gebäude besser durchdringen als klassisches LTE. LTE Cat 1 ist ebenfalls zukunftssicher, braucht aber meist etwas mehr Energie. Ein zusätzlicher 2G-Fallback schadet nicht, bringt nach 2028 aber nichts mehr.

Abdeckung: LTE-M und NB-IoT sind nicht bei jedem Netzbetreiber gleich gut ausgebaut. Ein Tracker mit Roaming-SIM, die sich in mehrere Netze einbuchen kann, ist hier im Vorteil. Wie weit Tracker tatsächlich reichen, beschreibt unser Ratgeber zur GPS-Tracker-Reichweite.

Vertrag und Kosten: Prüf, wie lange du dich bindest und was der Tarif im Monat kostet. Unser Überblick zu den monatlichen Kosten von GPS-Trackern hilft beim Vergleich. Vorsicht bei auffällig günstigen Restposten: Gerade ältere 2G-Modelle werden vor der Abschaltung oft abverkauft.

Herstellerangaben: Seriöse Anbieter nennen die Netztechnik klar im Datenblatt. Fehlt diese Angabe, ist das ein Warnsignal. Eine Übersicht aktueller Geräte mit ihren Angaben findest du in unserem Vergleich.

Kinderuhren und Notrufuhren

Bei Kinder-Smartwatches und Notrufuhren für Senioren ist die Netzfrage doppelt wichtig, weil diese Geräte nicht nur Positionen senden, sondern auch telefonieren. Ältere Modelle nutzen für Anrufe oft das 2G-Netz, selbst wenn sie für Daten schon 4G verwenden.

Damit Telefonate nach 2028 weiter funktionieren, muss das Gerät Sprache über das 4G-Netz übertragen können. Diese Technik heißt Voice over LTE (VoLTE). Achte darauf, dass sowohl die Uhr als auch der SIM-Tarif VoLTE unterstützen. Steht im Datenblatt nur „4G“, aber nichts zu VoLTE, frag nach.

Bei Hausnotrufsystemen und Notrufuhren, die über einen Dienstleister laufen, ist dein Ansprechpartner der Anbieter des Dienstes. Frag dort aktiv, ob dein Gerät von der 2G-Abschaltung betroffen ist und wann ein Austausch geplant ist. Warte nicht darauf, dass sich der Anbieter von selbst meldet.

Häufige Fragen

Offen gebliebene Fragen.

01Wann wird 2G in Deutschland abgeschaltet?
Laut Bundesnetzagentur will die Telekom 2G voraussichtlich zum 30. Juni 2028 abschalten, Vodafone bis Ende September 2028 und Telefónica/O2 bis Ende 2028 (Telefónica selbst nennt das zweite Halbjahr 2028). Für 1&1-Kunden gilt zunächst der Vodafone-Termin. In Ausnahmefällen kritischer IoT-Anwendungen betreibt Vodafone das Netz bis Ende 2030 weiter.
02Funktioniert mein GPS-Tracker nach der 2G-Abschaltung noch?
Wenn er nur ein 2G-Modul (GSM/GPRS) hat, kann er danach keine Positionen mehr übertragen. Tracker mit LTE-M, NB-IoT oder LTE funktionieren weiter. Prüf das Datenblatt deines Modells.
03Was ist der Unterschied zwischen LTE-M und NB-IoT?
Beide sind stromsparende Varianten des 4G-Netzes für vernetzte Geräte. LTE-M überträgt mehr Daten und eignet sich für bewegte Geräte, NB-IoT ist besonders sparsam und durchdringt Gebäude gut. Für GPS-Tracker sind beide geeignet.
04Sind AirTags von der 2G-Abschaltung betroffen?
Nein. AirTags und andere Bluetooth-Tracker nutzen kein Mobilfunknetz, sondern Smartphones in der Nähe, die die Position weitergeben.
05Muss ich meinen 2G-Tracker sofort ersetzen?
Nein, nach heutigem Stand funktioniert er bis zur angekündigten Abschaltung 2028 weiter. Plane den Austausch aber rechtzeitig, weil Netze auch schrittweise und regional abgeschaltet werden können. Prüf auch, wie lange dein Tarifvertrag läuft.
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