Laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2025 des BKA wurden 27.632 Kraftwagen gestohlen, 9,0 Prozent weniger als 2024. Aufgeklärt wurden 30,1 Prozent der Fälle. Die Versicherer zählten für 2024 insgesamt 14.162 gestohlene kaskoversicherte Pkw mit einem Durchschnittsschaden von rund 20.700 Euro. Berlin ist mit 3.855 Fällen der klare Schwerpunkt.
Die Zahlen auf einen Blick
Für Autodiebstahl gibt es zwei wichtige Quellen: die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts und die Diebstahlstatistik des Gesamtverbands der Versicherer (GDV). Sie messen Unterschiedliches und erscheinen zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (BKA):
Diebstahl von Kraftwagen: 27.632 Fälle im Jahr 2025, 30.373 im Jahr 2024. Das ist ein Rückgang um 9,0 Prozent.
Aufklärungsquote: 30,1 Prozent im Jahr 2025, 29,2 Prozent im Jahr 2024.
GDV-Statistik 2024 (veröffentlicht im September 2025, zitiert nach ADAC):
Gestohlene kaskoversicherte Pkw: 14.162 im Jahr 2024, 14.585 im Jahr 2023.
Schaden für die Versicherer: 293 Millionen Euro.
Durchschnittlicher Schaden je Fall: rund 20.700 Euro.
Die GDV-Zahlen für 2025 werden hier noch nicht genannt. Sobald sie verlässlich vorliegen, aktualisieren wir diesen Artikel.
Warum die Polizei gut doppelt so viele Fälle zählt: Vergleichbar ist nur dasselbe Jahr. Für 2024 erfasste die PKS 30.373 gestohlene Kraftwagen, der GDV 14.162 kaskoversicherte Pkw. Die PKS erfasst alle angezeigten Diebstähle von Kraftwagen, also zum Beispiel auch Lkw und nicht kaskoversicherte Autos. Der GDV zählt nur kaskoversicherte Pkw, für die eine Versicherung gezahlt hat. Beide Zahlen sinken, der Trend ist also eindeutig.
Rechnerisch wurden 2025 laut PKS jeden Tag rund 76 Kraftwagen gestohlen. Das klingt viel, ist aber im Verhältnis zu den rund 214.000 Fahrraddiebstählen im selben Zeitraum eine vergleichsweise kleine Zahl. Mehr zum Vergleich findest du in unserem Artikel zur Fahrraddiebstahl-Statistik.
Die meistgestohlenen Modelle
Laut GDV-Auswertung für 2024 stehen drei Modelle an der Spitze der Liste: Lexus NX, Toyota Land Cruiser und Lexus UX. Alle drei gehören zum Toyota-Konzern, zwei davon zur Premiummarke Lexus.
Was das für dich bedeutet: Fährst du eines dieser Modelle oder ein Fahrzeug aus derselben Familie, ist ein zusätzlicher Diebstahlschutz besonders sinnvoll. Kläre auch mit deiner Versicherung, ob es Auflagen oder Nachlässe für zusätzliche Sicherungen gibt.
Die Rangliste kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Sobald die GDV-Zahlen für 2025 verlässlich vorliegen, aktualisieren wir diesen Abschnitt.
Steht dein Auto nicht auf der Liste, heißt das nicht, dass es uninteressant für Diebe ist. Die Rangliste zeigt Schwerpunkte, keine Entwarnung. Gestohlen werden Fahrzeuge aller Marken und Klassen, oft auch wegen ihrer Ersatzteile.
Hotspot Berlin
Regional verteilt sich der Autodiebstahl sehr ungleich. Laut GDV wurden 2024 in Berlin 3.855 kaskoversicherte Pkw gestohlen, mehr als ein Viertel aller Fälle in Deutschland.
Warum gerade Berlin so stark betroffen ist, geht aus den hier ausgewerteten Zahlen nicht hervor. Sie zeigen nur, wo die Fälle anfallen, nicht warum.
Wohnst du in Berlin oder parkst du regelmäßig dort, lohnt sich ein genauer Blick auf deinen Diebstahlschutz. Schon einfache Maßnahmen helfen: in der Garage parken, wenn möglich, das Lenkrad mechanisch sichern und den Funkschlüssel bei Keyless-Systemen in einer abschirmenden Hülle aufbewahren.
Auch außerhalb Berlins ist das Risiko nicht überall gleich. Frag bei deiner Versicherung nach, wie sie deine Region einstuft. Die Regionalklasse fließt in deinen Kaskobeitrag ein und spiegelt die Schadenbilanz in deinem Zulassungsbezirk.
Schaden pro Fall: rund 20.700 Euro
Laut GDV lag der durchschnittliche Schaden pro gestohlenem kaskoversicherten Pkw im Jahr 2024 bei rund 20.700 Euro. Insgesamt zahlten die Versicherer 293 Millionen Euro.
Der hohe Durchschnitt passt zu den Modellen an der Spitze der Liste. Gestohlen werden überdurchschnittlich oft hochwertige Fahrzeuge, bei denen sich der Aufwand für Diebe lohnt.
Für dich wichtig: Die Teilkasko deckt Diebstahl in der Regel ab, die Haftpflicht nicht. Prüf deinen Vertrag auf Selbstbeteiligung und darauf, ob bestimmte Sicherungen verlangt werden. Wie GPS-Tracker bei der Kfz-Versicherung eingeordnet werden, erklärt unser Ratgeber zu GPS-Tracker und Kfz-Versicherung.
Aufklärungsquote rund 30 Prozent
Mit 30,1 Prozent im Jahr 2025 liegt die Aufklärungsquote beim Autodiebstahl etwa dreimal so hoch wie beim Fahrraddiebstahl. Leicht gestiegen ist sie auch: 2024 lag sie bei 29,2 Prozent.
Wichtig zum Verständnis: In der PKS gilt ein Fall als aufgeklärt, wenn die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt hat. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Auto unbeschädigt zurückkommt. Umgekehrt kann ein Fahrzeug wiedergefunden werden, ohne dass ein Täter ermittelt wird.
In rund 70 Prozent der Fälle bleibt der Täter also unbekannt. Hier kann ein Tracker helfen, weil er der Polizei konkrete Hinweise auf den Standort des Fahrzeugs liefern kann.
Für dich heißt das auch: Je schneller du einen Diebstahl bemerkst und meldest, desto frischer sind die Spuren. Viele Diebstähle fallen erst am nächsten Morgen auf. Ein Tracker mit Bewegungsalarm kann diese Lücke verkleinern.
Weitere Schutzmaßnahmen neben dem Tracker
Die Zahlen zeigen: Autodiebstahl ist deutlich seltener als Fahrraddiebstahl, aber jeder einzelne Fall ist teuer. Deshalb lohnt sich ein Schutz in mehreren Ebenen. Ein Tracker ist eine davon, aber nicht die erste.
Parkplatz: Eine abschließbare Garage ist der einfachste Schutz. Wo das nicht geht, park an gut beleuchteten, belebten Stellen.
Keyless-Systeme: Bei Autos mit schlüssellosem Zugang lässt sich das Funksignal des Schlüssels unter Umständen verlängern. Bewahr den Schlüssel zu Hause nicht direkt an der Haustür auf und nutz eine abschirmende Hülle. Manche Fahrzeuge erlauben es, die Keyless-Funktion abzuschalten oder den Schlüssel in einen Ruhemodus zu versetzen. Schau dazu in die Bedienungsanleitung.
Mechanische Sicherung: Eine Lenkradkralle oder Pedalsperre ist sichtbar und kostet Diebe Zeit. Sie ergänzt die elektronische Wegfahrsperre.
Dokumente und Schlüssel: Lass Fahrzeugschein und Zweitschlüssel nie im Auto. Notier dir Kennzeichen, Fahrzeug-Identifizierungsnummer und besondere Merkmale, damit du bei einer Anzeige alles griffbereit hast. Bewahr Kaufvertrag, Rechnungen für Zubehör und alle Schlüssel sorgfältig auf, im Schadenfall fragt die Versicherung in der Regel danach.
Was ein Tracker kann und was nicht
Ein GPS-Tracker im Auto bestimmt seine Position per Satellit und sendet sie über das Mobilfunknetz an deine App. Viele Geräte melden sich zusätzlich, wenn das Auto bewegt wird oder einen festgelegten Bereich verlässt.
Was ein Tracker kann: Er zeigt dir, dass dein Auto bewegt wird, oft schon wenige Minuten nach dem Diebstahl. Er liefert der Polizei Standortdaten und eine Fahrtroute. Und er dokumentiert den Ablauf für deine Versicherung.
Was ein Tracker nicht kann: Er verhindert den Diebstahl nicht. Erfahrene Diebe kennen typische Einbauorte und suchen gezielt danach. Ein Tracker an der OBD2-Buchse ist schnell eingesteckt, aber auch schnell gefunden. Fest verbaute Geräte an versteckten Stellen sind schwerer zu entdecken. Tipps für die Wahl des Einbauorts findest du in unseren Ratgebern zum versteckten Einbau eines GPS-Trackers und zum Einbau über die OBD2-Schnittstelle.
Der wichtigste Punkt: Wenn dein Tracker einen Diebstahl meldet, ruf die Polizei an und gib ihr die Standortdaten. Fahr nicht selbst hin und versuch nicht, das Auto zurückzuholen. Du weißt nicht, wer dort auf dich wartet, und eine Konfrontation kann gefährlich werden. Die Polizei kann mit den Daten gezielt und sicher handeln.
Ein Tracker ist eine zusätzliche Schutzebene neben Wegfahrsperre, mechanischer Sicherung und gut gewähltem Parkplatz. Wie die einzelnen Maßnahmen zusammenspielen, beschreibt unser Ratgeber GPS-Tracker als Diebstahlschutz fürs Auto. Passende Geräte mit Laufzeit, Stromversorgung und Kosten vergleichen wir auf der Seite GPS-Tracker fürs Auto.
Worauf du bei einem Auto-Tracker achtest
Stromversorgung: Fest angeschlossene Geräte beziehen Strom aus der Bordelektrik und müssen nicht geladen werden. Akku-Geräte sind flexibler beim Versteck, brauchen aber regelmäßige Aufmerksamkeit. OBD2-Tracker sind am einfachsten zu installieren, aber auch am leichtesten zu finden.
Alarmfunktionen: Wichtig sind eine Benachrichtigung bei Bewegung oder Zündung und ein Geofence, der meldet, wenn das Auto einen festgelegten Bereich verlässt.
Netztechnik: Wähle ein Gerät mit LTE-M, NB-IoT oder LTE. Reine 2G-Tracker verlieren ihre Verbindung, wenn die Netzbetreiber 2G im Jahr 2028 abschalten. Mehr dazu im Ratgeber zur 2G-Abschaltung.
Andere Fahrer: Fahren auch Partner, Familienmitglieder oder Mitarbeiter das Auto, informiere sie über den Tracker. Die Ortung anderer Personen ohne deren Wissen kann rechtlich problematisch sein.
Versicherung und Kosten: Manche Versicherer berücksichtigen einen Tracker im Tarif, andere nicht. Frag vor dem Kauf nach, ob dein Versicherer Anforderungen an das Gerät stellt, und lass dir eine Zusage schriftlich geben. Die meisten Auto-Tracker brauchen zudem ein Abo, vergleiche Gerät und Tarif über die geplante Nutzungsdauer.
