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Sicher ausreiten: Guardian Horse, Notfall-Apps und GPS am Pferd

Allein ins Gelände, das Handy in der Jackentasche, zu Hause weiß niemand genau, welche Runde du reitest. Genau dafür ist Guardian Horse gedacht: eine Reiter-App aus Deutschland, die deinen Standort während des Ausritts mit Vertrauten teilt und mit einem kleinen Tracker am Pferd einen Sturz erkennen soll. Wir erklären nach Herstellerangaben, wie das System funktioniert, was es kostet, wo seine Grenzen liegen und welche Alternativen es gibt. Ein eigener Praxistest liegt dem nicht zugrunde.

Aktuelle Gerätepreise und Tarife findest du in der datierten Preisübersicht.

Grafik mit Symbolkacheln: Ortung per App, Bluetooth und Notruf
Grafik: gpstracker-tests.de
Kurz-Antwort

Guardian Horse ist ein Sicherheitssystem für Reiter: Die kostenlose App macht dein Smartphone zum GPS-Tracker und zeigt deinen Notfallkontakten den Standort. Ein Bluetooth-Tracker am Pferd (49,90 €) erkennt laut Hersteller, wenn Reiter und Pferd getrennt werden, und schickt nach 60 Sekunden ohne Reaktion eine SOS-SMS. Ein GPS-Tracker, der ein entlaufenes Pferd ortet, ist das nicht.

Was Guardian Horse ist und was nicht

Guardian Horse kommt von der Guardian Solutions GmbH aus Neuburg in Rheinland-Pfalz. Das System hat drei Teile: die kostenlose App mit dem HelpMe Board, den Unfall-Tracker für das Pferd und die HelpMe Badges für Ersthelfer.

Wichtig zum Verständnis: Die Ortung läuft über dein Smartphone. Der Unfall-Tracker ist laut Lieferumfang ein Bluetooth-Chip, kein GPS-Tracker mit eigener SIM-Karte. Er meldet also nicht, wo ein entlaufenes Pferd steht. Er sagt der App nur, ob das Pferd noch in Funkreichweite deines Handys ist.

So funktioniert die Unfallerkennung

Vor dem Ausritt startest du die Überwachung in der App. Deine Notfallkontakte sehen deinen Standort dann auf dem HelpMe Board, einer persönlichen Notfall-Website mit PIN.

Der Unfall-Tracker sitzt am Pferd und ist per Bluetooth mit dem Handy verbunden. Reißt die Verbindung ab, weil Pferd und Reiter getrennt wurden, geht die App laut Guardian Horse von einem Sturz aus. Optional erkennt sie zusätzlich, wenn du dich eine eingestellte Zeit lang nicht bewegst, etwa wenn das Pferd nach einem Sturz neben dir stehen bleibt.

Erkennt die App einen Notfall, startet ein 60-Sekunden-Countdown. Brichst du ihn nicht ab, verschickt die App eine SMS an deine Notfallkontakte, mit Link und PIN zum HelpMe Board. Dort sehen sie Standort und Notfalldaten und können sich abstimmen.

Steigst du ab und entfernst dich vom Pferd, kann der Abstandsalarm ebenfalls anlaufen. Dafür ist der Countdown da: Du brichst den Alarm in der App ab.

Was es kostet

Die App und das HelpMe Board sind laut Guardian Horse kostenlos und ohne Zubehör nutzbar. Der Unfall-Tracker kostet im Herstellershop 49,90 € inklusive Neoprenhülle, versandkostenfrei nach Deutschland und Österreich. Ein HelpMe Badge kostet 9,90 € (Stand: 20.10.2026, Preise können abweichen).

Ein Abo gibt es nicht. Kosten entstehen nur für Notfall-SMS: unter Android über deinen Mobilfunkvertrag, auf dem iPhone über ein Startguthaben von 8 SMS, danach 10 SMS für 1,09 € per In-App-Kauf. Guardian Horse bietet 30 Tage Geld-zurück bei Kauf im eigenen Shop.

Anbringen am Pferd

Der Tracker steckt in der mitgelieferten Neoprenhülle und wird laut Guardian Horse zum Beispiel am Sattel oder an der Trense befestigt. Achte darauf, dass nichts scheuert oder drückt, und prüf nach den ersten Ausritten, ob die Haut darunter unauffällig ist. Ein Tracker darf das Tier nicht unnötig belasten.

Das HelpMe Badge trägst du gut sichtbar, etwa am Helm oder am Armband. Ersthelfer scannen den QR-Code und kommen mit der PIN auf dein HelpMe Board. Laut Guardian Horse gibt es auch neue Reithelme und Sicherheitswesten von USG mit eigenem HelpMe Badge, das sich mit der App verknüpfen lässt.

Grenzen, die du kennen solltest

Das Handy muss am Körper sein, nicht in der Satteltasche. Liegt es am Pferd, läuft es mit dem Pferd davon, und die Abstandserkennung greift nicht.

Ohne Mobilfunk keine SMS: In Funklöchern im Wald oder im Tal kommt der Alarm erst an, wenn das Handy wieder Netz hat. Der Handy-Akku sollte vor dem Ausritt voll sein.

Und: Guardian Horse ersetzt weder Helm und Sicherheitsweste noch die Absprache mit dem Stall. Sag vor dem Ausritt, welche Runde du reitest und wann du zurück sein willst.

Alternativen: Apps und GPS-Tracker

Reit-Apps: Equilab bietet laut App Store ein Sicherheits-Tracking, bei dem Sicherheitskontakte deinen Live-Standort sehen und eine Nachricht bekommen, wenn du dich nicht mehr bewegst. Das gehört zu Premium, das laut App Store 12,99 € im Monat oder 99,99 € im Jahr kostet (Stand: 20.10.2026). Einen Sensor am Pferd gibt es dort nicht.

Standort teilen: Mit Google Maps oder Apple „Wo ist?“ kannst du deinen Live-Standort kostenlos mit Vertrauten teilen. Eine automatische Unfallerkennung ist dabei nicht vorgesehen. Mehr zu Apps im Vergleich Ortungs-Apps.

GPS-Tracker am Pferd: Für die Ortung eines entlaufenen Pferdes bräuchte es einen Tracker mit GPS und SIM, sicher am Halfter oder Gurt. Wir haben bis 20.10.2026 keine drei Pferde-Modelle mit belastbaren Herstellerangaben für den deutschen Markt gefunden und vergleichen deshalb noch keine. Für Pferdeanhänger findest du passende Akku-Tracker im Vergleich GPS-Tracker für Objekte.

Checkliste vor dem Ausritt

Handy geladen und am Körper, nicht in der Satteltasche. Notfallkontakte informiert und erreichbar. Route und Rückkehrzeit im Stall gesagt. Überwachung in der App gestartet, Tracker gekoppelt und fest an Sattel oder Trense. HelpMe Badge am Helm. Nach der Rückkehr die Überwachung stoppen.

Häufige Fragen

Offen gebliebene Fragen.

01Ist Guardian Horse ein GPS-Tracker fürs Pferd?
Nein. Die Ortung läuft über das Smartphone des Reiters. Der Tracker am Pferd ist laut Lieferumfang ein Bluetooth-Chip und zeigt nicht, wo ein entlaufenes Pferd steht. Er dient dazu, eine Trennung von Reiter und Pferd zu erkennen.
02Was kostet Guardian Horse?
App und HelpMe Board sind kostenlos. Der Unfall-Tracker kostet 49,90 €, ein HelpMe Badge 9,90 € (Stand: 20.10.2026). Dazu kommen nur Kosten für Notfall-SMS, auf dem iPhone 8 SMS Startguthaben, danach 10 SMS für 1,09 €.
03Funktioniert die Unfallerkennung ohne Handynetz?
Die Erkennung läuft auf dem Handy, die SMS braucht aber Mobilfunk. In einem Funkloch kommt die Nachricht erst an, wenn das Handy wieder Netz hat. Sprich deine Route deshalb vorher ab.
04Wo befestige ich den Tracker am Pferd?
Laut Guardian Horse in der mitgelieferten Neoprenhülle, zum Beispiel am Sattel oder an der Trense. Er sollte fest sitzen und nicht scheuern. Prüf nach den ersten Ausritten, ob das Pferd damit gut zurechtkommt.
05Brauche ich ein Abo?
Nein. Guardian Horse nennt kein Abo. Die Notfall-SMS kosten unter Android je nach Vertrag, auf dem iPhone gibt es Pakete per In-App-Kauf.
06Gibt es Alternativen ohne Zubehör?
Ja. Die Basisversion von Guardian Horse funktioniert ohne Tracker: Deine Kontakte verfolgen den Ausritt auf dem HelpMe Board. Equilab bietet ein Sicherheits-Tracking im Premium-Abo, und mit Google Maps oder Apple „Wo ist?“ teilst du deinen Standort kostenlos, jeweils ohne Sensor am Pferd.
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