Stiftung Warentest hat GPS-Tracker zuletzt im Februar 2024 geprüft (9 Geräte), Bluetooth-Tracker im Dezember 2025 (24 Geräte, keiner „gut“) und Kinder-Smartwatches im September 2023 (8 Uhren, 3 „gut“). Die wichtigste Lehre aus allen drei Tests: Die Ortungsgenauigkeit entscheidet, und sie ist oft schlechter, als die Werbung verspricht. Gesamtkosten und Tarife unterscheiden sich stark.
Die drei Tests im Überblick
Stiftung Warentest hat drei Tests veröffentlicht, die beim Kauf eines Trackers helfen:
GPS-Tracker im Test (test 3/2024, veröffentlicht am 22.02.2024): 9 Geräte, davon 6 für Tiere und 3 für Gegenstände. Ortung mit 50 Prozent Gewicht in der Gesamtnote. Zwei-Jahres-Kosten von 76 bis 219 Euro.
Bluetooth-Tracker im Test: AirTag und bessere Alternativen (veröffentlicht am 18.12.2025): 24 Tracker, keiner mit dem Urteil „gut“. Die Noten reichen von „befriedigend“ bis „ausreichend“.
Kinder-Smartwatches im Test (veröffentlicht am 20.09.2023): 8 Uhren, davon 3 „gut“ und 2 „mangelhaft“.
Die einzelnen Produktnoten stehen bei Stiftung Warentest größtenteils hinter einer Bezahlschranke. Diese Noten geben wir hier nicht wieder. Wenn du wissen willst, wie ein bestimmtes Gerät abgeschnitten hat, findest du das Ergebnis direkt auf test.de.
Alle drei Tests sind auf test.de abrufbar, die Links findest du unten in den Quellen. Achte beim Lesen auf das Veröffentlichungsdatum, denn Geräte und Tarife ändern sich schneller als Testberichte.
GPS-Tracker-Test 3/2024: Ortung ist der Knackpunkt
Im Februar 2024 hat Stiftung Warentest neun GPS-Tracker geprüft, sechs davon für Haustiere wie Hunde und Katzen, drei für Gegenstände wie Fahrräder, Autos oder Koffer. Der Test wird manchmal fälschlich auf 2023 datiert. Er erschien in Heft 3/2024.
Die Ortung floss mit 50 Prozent in die Gesamtnote ein. Das zeigt, worauf es bei einem Tracker ankommt: Er muss zuverlässig sagen, wo dein Tier oder dein Gegenstand gerade ist. Alles andere, von der App bis zum Akku, ist zweitrangig, wenn die Position nicht stimmt.
Ein Ergebnis, das viele Käufer überrascht: In Innenräumen war die Ortung laut Stiftung Warentest „schwierig bis unmöglich“. GPS braucht freie Sicht zum Himmel. In Gebäuden, Tiefgaragen oder Kellern greifen Tracker auf ungenauere Verfahren wie Mobilfunkzellen oder WLAN zurück, oder sie finden gar keine Position. Für dich heißt das: Versteckt sich deine Katze im Schuppen des Nachbarn oder steht dein Fahrrad in einem Keller, zeigt der Tracker oft nur eine ungefähre Position.
Die Meldeintervalle der getesteten Geräte reichten von 2 Sekunden bis 10 Minuten. Das ist ein riesiger Unterschied. Ein Hund kann in 10 Minuten weit laufen. Kurze Intervalle zeigen die Bewegung genauer, verbrauchen aber mehr Akku. Viele Geräte erlauben es, das Intervall bei Bedarf umzustellen.
Die Kosten über zwei Jahre lagen zwischen 76 und 219 Euro, Gerät und Abo zusammengerechnet (Stand: Testveröffentlichung Februar 2024, Preise können heute abweichen). Ein günstiges Gerät mit teurem Abo kann am Ende mehr kosten als ein teureres Gerät mit günstigem Tarif. Mit unserem GPS-Tracker-Kostenrechner kannst du die Gesamtkosten für deinen Zeitraum selbst berechnen.
Bluetooth-Tracker-Test 12/2025: Keiner ist „gut“
Im Dezember 2025 hat Stiftung Warentest 24 Bluetooth-Tracker getestet, darunter Apples AirTag und viele Alternativen. Kein einziger erreichte das Urteil „gut“. Die Noten liegen zwischen „befriedigend“ und „ausreichend“. Hauptgrund ist laut Stiftung Warentest die begrenzte Ortungsgenauigkeit.
Das überrascht nicht, wenn man weiß, wie Bluetooth-Tracker funktionieren. Sie haben kein eigenes GPS und kein Mobilfunkmodul. Sie senden ein Bluetooth-Signal, das fremde Smartphones in der Nähe auffangen und mit ihrem eigenen Standort an den Hersteller weiterleiten. Ist gerade kein passendes Smartphone in der Nähe, gibt es keine neue Position. Und die Position ist immer nur so genau wie die des Smartphones, das den Tracker gerade gefunden hat.
Der Test enthält außerdem einen Abschnitt zum Thema Stalking. Bluetooth-Tracker sind klein und günstig und lassen sich leicht in fremden Taschen oder Autos verstecken. Hersteller haben deshalb Warnfunktionen eingebaut, die Smartphone-Nutzer auf unbekannte Tracker in ihrer Nähe hinweisen.
Für dich heißt das: Ein Bluetooth-Tracker ist gut für Schlüssel, Taschen oder Koffer, die meist in der Nähe von Menschen sind. Für Haustiere, die sich abseits bewegen, oder für einen schnellen Diebstahlalarm beim Auto ist ein GPS-Tracker mit eigener Mobilfunkverbindung die bessere Wahl. Den ausführlichen Vergleich findest du in unserem Ratgeber AirTag vs. GPS-Tracker.
Kinder-Smartwatches 9/2023: Ortung und SOS oft enttäuschend
Im September 2023 hat Stiftung Warentest acht Kinder-Smartwatches mit Ortungsfunktion geprüft. Drei Uhren schnitten „gut“ ab, zwei „mangelhaft“. Der Test ist schon etwas älter, die Grundprobleme dürften aber weiter relevant sein.
Zwei Ergebnisse sind besonders wichtig. Erstens war die Ortung oft schlechter als erhofft. Eltern, die sich auf eine metergenaue Position verlassen, werden enttäuscht. Zweitens war die SOS-Funktion fehleranfällig. Gerade diese Funktion ist für viele Eltern ein Hauptgrund für den Kauf.
Ein dritter Punkt betrifft die Kosten: Die Preise für die nötigen Mobilfunktarife unterschieden sich laut Test stark. Wer nur auf den Gerätepreis schaut, übersieht oft den größeren Kostenblock.
Unsere Einordnung aktueller Modelle findest du im Ratgeber Kinder-Smartwatch mit GPS. Probier die SOS-Funktion nach dem Kauf gemeinsam mit deinem Kind aus, damit ihr wisst, ob sie im Alltag zuverlässig funktioniert.
Kaufkriterien aus den Tests
Aus den drei Tests lassen sich klare Kaufkriterien ableiten:
Ortung zuerst: Achte auf Herstellerangaben zur Ortungstechnik. Geräte, die mehrere Satellitensysteme (GPS, Galileo, GLONASS) nutzen und zusätzlich WLAN oder Mobilfunkzellen auswerten, haben bessere Chancen auf eine brauchbare Position.
Realistische Erwartungen an Innenräume: Kein Tracker ortet in Gebäuden zuverlässig per GPS. Rechne in Häusern und Garagen mit ungenauen Positionen.
Meldeintervall: Prüf, wie oft das Gerät seine Position sendet und ob du das Intervall im Ernstfall verkürzen kannst. Für Hunde und Diebstahlschutz ist ein kurzes Intervall wichtig.
Gesamtkosten über zwei Jahre: Rechne Gerätepreis und Abo zusammen. Die Spanne von 76 bis 219 Euro im GPS-Tracker-Test zeigt, wie groß die Unterschiede sein können.
GPS statt Bluetooth, wenn es auf Reichweite ankommt: Bluetooth-Tracker sind günstiger und brauchen kein Abo, sind aber auf fremde Smartphones angewiesen.
Bei Kinderuhren: SOS-Funktion und Ortung nach dem Kauf selbst prüfen und die Tarifkosten vergleichen.
Datenschutz: Achte darauf, wo Standortdaten gespeichert werden, wie lange sie gespeichert bleiben und ob der Hersteller regelmäßig Updates für Gerät und App liefert.
Eine Übersicht aktueller Geräte nach diesen Kriterien findest du in unserem Vergleich. Für Hundebesitzer haben wir zusätzlich einen eigenen Vergleich der besten GPS-Tracker für Hunde.
Was die Tests nicht beantworten
So hilfreich die Tests sind, einige Fragen bleiben offen, die für deine Kaufentscheidung trotzdem wichtig sind.
Neue Modelle: Der GPS-Tracker-Test stammt vom Februar 2024, der Kinder-Smartwatch-Test vom September 2023. Seitdem sind neue Geräte auf den Markt gekommen, die in diesen Tests nicht vorkommen. Für sie bleiben Herstellerangaben, Erfahrungsberichte und redaktionelle Vergleiche.
Tarife und Preise: Abo-Preise ändern sich. Die Spanne von 76 bis 219 Euro über zwei Jahre gilt für den Stand der Testveröffentlichung. Rechne mit aktuellen Preisen nach, bevor du dich entscheidest.
Netzzukunft: Die großen Netzbetreiber haben angekündigt, 2G im Jahr 2028 abzuschalten. Ob ein Gerät nur 2G nutzt oder LTE-M beziehungsweise NB-IoT, entscheidet mit darüber, wie lange du es nutzen kannst. Was das konkret bedeutet, erklärt unser Ratgeber zur 2G-Abschaltung.
Dein Einsatzzweck: Ein Test bewertet Geräte nach festen Kriterien. Für dich zählt, ob ein Gerät zu deinem Hund, deiner Katze, deinem Fahrrad oder deinem Kind passt. Ein Tracker mit guter Gesamtnote kann für eine kleine Katze zu schwer sein, ein Gerät mit mittlerer Note kann für deinen Zweck genau richtig sein.
So nutzen wir externe Tests
Wir führen keine eigenen Labortests durch. Unsere Vergleiche und Ratgeber beruhen auf einer redaktionellen Einordnung von Herstellerangaben, Stiftung-Warentest-Ergebnissen und Nutzerbewertungen. Wie wir dabei vorgehen und wie wir Geräte bewerten, erklären wir ausführlich auf unserer Seite zur Methodik.
Für Ergebnisse von Stiftung Warentest gelten bei uns feste Regeln: Wir zitieren nur, was auf test.de frei zugänglich ist. Noten, die hinter der Bezahlschranke stehen, geben wir nicht wieder. Wir verwenden kein Testlogo und kennzeichnen Ergebnisse immer klar als Test von Stiftung Warentest. Und wir nennen das Veröffentlichungsdatum, damit du einschätzen kannst, wie aktuell ein Ergebnis ist.
Tests sind Momentaufnahmen. Hersteller aktualisieren Firmware, Apps und Tarife, manche Geräte verschwinden vom Markt. Ein Testergebnis von 2023 oder 2024 ist deshalb ein wichtiger Anhaltspunkt, ersetzt aber nicht den Blick auf aktuelle Herstellerangaben und Erfahrungsberichte.
